Gemeinsam mit der ghanaisch-deutschen Künstlerin Abenaa wurde in Stuttgart ein Jugendkulturprojekt umgesetzt, das sich mit den Themen Rassismus, Diskriminierung sowie Flucht und Migration auseinandersetzte. Spätestens seit den „Black Lives Matter“-Demonstrationen im Jahr 2020 sind diese Themen auch im deutschen Mainstream stärker sichtbar geworden. Dennoch gehören Diskriminierung und Vorurteile für viele Menschen weiterhin zum Alltag, insbesondere für Jugendliche mit migrantischen Wurzeln, die häufig mit Zuschreibungen und Stereotypen konfrontiert werden.
Im Rahmen des Projekts erarbeiteten Stuttgarter Jugendliche gemeinsam mit der Künstlerin einen Song zum Thema Diskriminierung, der anschließend mit einem professionellen Produzenten aufgenommen wurde. Parallel dazu entwickelten sie eine Performance, die in einem performativen Musikvideo umgesetzt wurde. Während dieses Prozesses erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Arbeit einer professionellen Filmproduktion und konnten verschiedene kreative Rollen übernehmen, etwa in den Bereichen Kameraassistenz, Setdesign, Kostüm, Maske, Regie, Aufnahmeleitung oder Schauspiel.
Der künstlerische Prozess bot den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Emotionen – wie Wut, Trauer oder Frustration – kreativ zu verarbeiten und sichtbar zu machen. Dabei entstand ein geschützter Raum für Austausch und Reflexion. Nicht betroffene Jugendliche konnten durch aktives Zuhören neue Perspektiven kennenlernen und solidarisches Handeln (Allyship) praktizieren.
Nach Abschluss des Musikvideos fand eine Online-Premiere mit anschließender Gesprächsrunde („Empowerment Circle“) statt. Diese bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu reflektieren. Über soziale Medien erreichte das Projekt zudem ein breiteres jugendliches Publikum. Begleitendes Mentoring unterstützte die Jugendlichen dabei, ihre kreativen Potenziale zu entdecken und zu stärken – mit der zentralen Botschaft: Du bist mehr als die Rolle, in die dich andere stecken.