#60 Jahre Menschengeschichten: Erzähl' mir was
Das Begegnungsprojekt ermöglichte die Begegnung und den Austausch unterschiedlicher Generationen. In einem ersten Workshop wurde über die Hintergründe und die Motivation der Einzelpersonen gesprochen. Es gab einen einleitenden Block zur Thematik und anschließend wurden die eigenen Interessen und Ideen für die Videoumsetzung gesammelt. Hierdurch wurde neben der Sensibilisierung für die Thematik auch ein Hauptaugenmerk auf das interkulturelle Verständnis gelegt.
Später entwickelten die jungen Teilnehmenden mögliche Fragen und Schwerpunkte für ihre Interviews. Im zweiten (digitalen) Workshop wurde über den Aufbau und Ablauf der Interviews gesprochen. Einige hatten Schwierigkeiten die passenden Zeitzeug_innen zu finden, wodurch die Suche verstärkt werde musste. Es wurden notwenige Genehmigungen eingeholt und Drehtermine besprochen. Auch wurden die Teilnehmenden eingeladen, die Brücke zu schlagen und ihre eigene Identität miteinzubeziehen. Sich bewusst zu machen, welche Wichtigkeit das Thema für sie trägt und welche Diskussionen sie führen möchten. Mit dem Ziel, dass die Beteiligten als Akteur_innen kennenlernen, verstehen und anerkennen.
Auch wenn das Projekt nicht online begleitet werden konnte, wurden öffentlichkeitswirksame Punkte herausgearbeitet. Nach der Zustimmung des Museums bzgl. einer Ausstellung, hat sich das Organisationsteam für die Hinzuziehung einer professionellen studentischen Filmbegleitung entschieden. Dadurch konnten qualitative Videos für das Museum garantiert werden und die jungen Interviewer_innen hatten Gelegenheit sich ganz auf die Gespräche und die Übersetzungen zu konzentrieren.
Das Feedback war durchweg positiv: Die jungen Menschen haben gelernt, die Erinnerungen, Persönlichkeiten und Geschichten der älteren Generation als lebendige Geschichten zu verarbeiten. Die Zeitzeug_innen haben betont, wie wichtig es ist, ihre Geschichten weiterzuerzählen und ihre Erfahrungen weiterzugeben.
Weiterhin sind wir überzeugt davon, dass die Auseinandersetzung mit den Narrativen und den Debatten um Migration durch die Ausstellung und später die Implementierung in die Mediathek fortgeführt werden kann. Der Platz im Haus der Geschichte lädt alle Besucher_innen ein, sich über Integrationsprozesse in Deutschland lebender Migrant_innen durch Hintergrundwissen über aktuelle Debatten verständlich zu machen und einen gleichberechtigten Austausch zu führen.
Fonds
Aktionsfonds
Aktionszeitraum
August bis Dezember 2021
Orte
Stuttgart, Wendlingen, Fellbach
Initiator_innen
Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.
Zielgruppen
Zeitzeug_innen, die als Arbeitskräfte in den 60er/70er Jahren nach Deutschland kamen und junge Erwachsene bis 35 Jahre, meist dritte Generation
Themenfelder
- Migration, Flucht und Asyl
- Vielfalt und Diversity
- Wertediskussionen
- Erinnerungskultur
Typ der Einzelmaßnahme
- Ausstellung
- Medienprojekt
- Öffentlichkeitsarbeit