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Informationen über die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart

Über die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart

Die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart wurde 2017 von der Landeshauptstadt Stuttgart, Abteilung Integrationspolitik, gemeinsam mit dem Stadtjugendring Stuttgart e.V. ins Leben gerufen. Sie war Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und gehörte damit zu zahlreichen Partnerschaften bundesweit, die sich für demokratische Werte und gesellschaftliches Engagement einsetzten. Von 2017 bis 2024 wurde die Partnerschaft in Stuttgart durch das Bundesprogramm gefördert; danach endete die Förderung. Im Jahr 2025 wurde die Partnerschaft über die Stadt Stuttgart gefördert.

Ziel der Partnerschaft war der Aufbau eines langfristigen Netzwerks zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Sie lebte von der aktiven Beteiligung ihrer Partner_innen und stand allen haupt- und ehrenamtlichen Organisationen sowie engagierten Akteur_innen in Stuttgart offen.

Im Mittelpunkt stand die Stärkung einer lebendigen, vielfältigen und offenen Demokratie. Dies geschah durch die enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Organisationen und Institutionen. Durch den gemeinsamen Austausch über Werte und Haltungen wurde Demokratie als gelebte Praxis erfahrbar – mitten in der Stadtgesellschaft und mit unmittelbarer Wirkung.

Die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart verfolgte das Ziel, ein beständiges, lokales Netzwerk aufzubauen, das sich solidarisch für ein demokratisches Miteinander einsetzte. Gemeinsam wurde ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und für eine starke, offene Gesellschaft gesetzt.

 

So arbeitete die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart

Die lokale Partnerschaft bot eine Plattform für fachlichen Austausch, Vernetzung und gemeinsame Aktivitäten. Sie brachte engagierte Akteur_innen zusammen, bündelte Kompetenzen und unterstützte ihre Arbeit inhaltlich, ideell und – wenn nötig – auch finanziell.

Ein zentrales Ziel war die aktive Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen in die Weiterentwicklung der Partnerschaft. Dies geschah unter anderem im Rahmen lokaler Demokratiekonferenzen. Dort kamen Initiativen, Einrichtungen sowie Vertreter_innen aus Politik und Verwaltung zusammen, um den aktuellen Stand, gemeinsame Ziele und die zukünftige Ausrichtung der Partnerschaft für Demokratie sowie der demokratischen Stadtgesellschaft insgesamt zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dabei wurden auch stets die jeweils gesellschaftlich relevanten Themen aufgegriffen, diskutiert und in die weitere Arbeit der Partnerschaft eingebunden.

Durch eine gezielte und professionelle Öffentlichkeitsarbeit sollte die Partnerschaft als starkes Netzwerk für eine offene, vielfältige und tolerante Stadtgesellschaft in Stuttgart sichtbar und bekannt gemacht werden.

Ein besonderes Highlight und zentrales Element der Partnerschaft waren die Aktionswochen gegen Rassismus Stuttgart, die jedes Jahr im März stattfanden. Zahlreiche Partner_innen brachten sich hier aktiv mit Veranstaltungen und Aktionen ein.

Zur Umsetzung konkreter Projekte standen der Partnerschaft jährlich Mittel aus zwei Fonds zur Verfügung: dem Aktions- und Initiativfonds sowie dem Jugendfonds. Über die Vergabe der Fördermittel aus dem Aktions- und Initiativfonds entschied ein Begleitausschuss, der sich aus Vertreter_innen lokaler Organisationen und relevanter Akteur_innen zusammensetzte. Um junge Menschen stärker zu beteiligen, wurde zusätzlich ein Jugendgremium eingerichtet. Dieses entschied eigenständig über Förderanträge aus dem Jugendfonds und gestaltete damit die demokratische Entwicklung der Stadt aktiv mit.

Der Bildungsarbeit – im Sinne einer Auseinandersetzung mit demokratischen Werten und Haltungen – kam eine entscheidende Rolle zu. In diesem Rahmen sollten Bildungsangebote, die die Stärkung der Demokratie und den Abbau gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Stuttgart zum Ziel hatten, gebündelt und sichtbar gemacht werden.

Broschüre „Stuttgart kompetent gegen Verschwörungserzählungen“

Nicht erst seit der COVID-19-Pandemie kursierten Verschwörungserzählungen in unserer Gesellschaft. Seit Beginn der Pandemie gewannen sie jedoch deutlich an gesellschaftlicher Präsenz und rückten verstärkt in den Alltag vieler Menschen. Im digitalen Raum, in der Schule, im Verein oder auf der Straße sahen sich viele zunehmend mit Verschwörungserzählungen und der Frage konfrontiert, wie mit diesen umzugehen sei. Die wachsende Verbreitung und Radikalisierung von Verschwörungsdenken machte deutlich, wie gefährlich diese Entwicklungen für eine demokratische Gesellschaft waren.

Aus diesem Grund widmete sich die Partnerschaft für Demokratie Stuttgart bereits ab 2020 diesem Thema als einem Schwerpunkt ihrer Arbeit. Dies zeigte sich in den geförderten Projekten sowie in eigenen Veranstaltungsformaten wie den Demokratiekonferenzen, in denen Verschwörungserzählungen und mögliche Handlungsstrategien intensiv diskutiert wurden.

Daraus entstanden Netzwerke, in denen ein regelmäßiger Austausch stattfand und neue Angebote sowie Formate gemeinsam entwickelt wurden.

Die Broschüre war ein Produkt dieser Arbeit. Sie bündelte Angebote zum Themenbereich Verschwörungserzählungen und machte sie sichtbar.

Ein zentrales Anliegen der Partnerschaft für Demokratie Stuttgart war es, die Vielfalt der demokratiefördernden Initiativen, Organisationen und ihr Engagement im Stadtgebiet sichtbar zu machen und zu stärken.

Ziele der Partnerschaft für Demokratie Stuttgart

Die Ziele der Partnerschaft für Demokratie Stuttgart orientierten sich an den lokalen Gegebenheiten und Herausforderungen. Sie wurden kontinuierlich weiterentwickelt, um aktuelle Entwicklungen und Bedarfe aufzugreifen. Im Zentrum standen drei übergeordnete Leitziele:

Engagement sichtbar machen und stärken
Das Engagement für eine offene, vielfältige und lebendige Stadtgesellschaft sowie für eine demokratische Kultur sollte gefördert, gestärkt und sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig positionierte sich die Partnerschaft klar gegen alle Formen von Menschenfeindlichkeit.

Teilhabe ermöglichen und Demokratie erlebbar machen
Die Mitbestimmung und Mitgestaltung durch junge Menschen und Bürger_innen sollten gestärkt werden. Demokratie sollte nicht nur vermittelt, sondern konkret erlebbar sein – als gelebtes Miteinander in einem aktiven Gemeinwesen.

Dialog fördern und Werte vermitteln
Der offene Austausch und die Auseinandersetzung mit demokratischen Werten und Haltungen standen im Mittelpunkt. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis für eine offene, solidarische Stadtgesellschaft zu fördern und weiterzuentwickeln.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Beteiligung junger Menschen. Sie sollten erfahren, dass Demokratie vom Mitmachen lebte und dass sie unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten konnten. Schulen, Jugendeinrichtungen und Jugendinitiativen waren dabei wichtige Kooperationspartner_innen der Partnerschaft.